Auszeichnung des Netzwerk Bildung „Stark! – Klar! Mit Eltern!“

Laudatio für die „Fair-AG“ der Grundschule St. Martin, Hagen a.T.W

In dem Ausschreibungstext für die Auszeichnung steht: „Eltern machen ihre Kinder startklar für das Leben, setzen sich für sie ein, machen sie stark“. Projekte, die unter anderem dieses Kriterium erfüllen, haben wir gesucht und mit der Fair-AG der Grundschule St. Martin definitiv gefunden.

Im Leitbild der Schule "Schule mit Herz" steht unter anderem: „Wir arbeiten eng zusammen und legen Wert auf eine gute Kooperation“. Die Fair-AG der Grundschule wird diesem Anspruch gerecht. Die Fair-AG ist ein Gewaltpräventionsprojekt und unterstützt die Kinder in ihrer Wahrnehmung und der Bereitschaft, dem anderen Empathie und Wertschätzung entgegenzubringen.

2014 wurde das Konzept der Fair-AG an der Schule vorgestellt. Und obwohl zunächst einige Zweifel bestanden, ob das so funktionieren kann, fanden sich spontan 20 Elternteile  (zur Zeit sind es 14, ausschließlich Mütter)  mit der Bereitschaft zur Umsetzung.  

Die Idee sieht so aus, dass Eltern in den 4. Klassen jeweils zu dritt eine AG-Schulstunde pro Woche leiten und von der Klassenlehrkraft unterstützt werden. Zunächst wurden die Eltern ein halbes Jahr von 2 Deeskalationstrainern betreut und begleitet und leiten die Stunden seitdem eigenständig.

Die Fair-AG-Stunde hat eine feste Struktur mit einem Warming up, Cool down und einem inhaltlichen Hauptteil, der  Themen wie Gemeinschaft, Kooperation, Kommunikation, Gefühle, Bedürfnisse, Vertrauen, Gewalt, Eskalation, Deeskalation, Mobbing, Soziales Lernen und Gewaltprävention umfasst. Zusätzlich erhalten die Kinder (und Eltern) zu Beginn der Fair-AG mit ihrem Namen bedruckte T-Shirts, die in jeder AG-Stunde getragen werden und so die Identifikation mit der AG unterstützen. 

Ein weiteres Ziel der AG ist es, die Kinder für den Übergang in die Weiterführenden  Schulen zu stärken, damit sie als selbstbewusste und selbstkompetente Kinder ihren Weg weiter gehen können.

Und die Rückmeldungen aus den umliegenden Weiterführenden Schulen geben der AG, der Schule und den Eltern recht: die Kinder bringen eine hohe soziale Kompetenz mit, der Übergang scheint reibungsloser und positiver zu verlaufen. Und dieses Empfinden spiegelt sich auch in den Familien wieder, wo die Inhalte der AG oftmals weiter vertieft und gefördert werden. 

Mit großem Respekt hat die Jury neben dem emotionalen auch den zeitlichen Aufwand wahrgenommen. Mit Vor- und Nachbereitung, Reflexion der einzelnen Stunden, Protokollführung  und dem regelmäßigen Austausch untereinander, beträgt der freiwillige Aufwand der Elternteile ca. 2-3 Stunden pro Woche.

Mit dem Bewusstsein, dass für die Kinder eine Verlässlichkeit sehr wichtig ist, übernehmen die Eltern somit viel Verantwortung. Und das scheinen sie nicht nur aus einer Verpflichtung heraus zu tun, sondern mit viel Engagement, Herzblut und Initiative. Das funktioniert nur, weil Schule und Elternhaus eine Bildungspartnerschaft eingehen, die einer Auszeichnung würdig ist.

Eltern und auch die Schulleitung haben gemeinsam bestätigt: „Die Klasse wächst enger zusammen, gemeinsam sind wir stärker“. Um es mit Liedzeile der „Fantastischen Vier“ zu untermauern: „Denn nur zusammen ist man nicht alleine“.

Und dazu passt ein weiterer Auszug aus dem Leitbild der Schule:

„Im gesamten Schulalltag möchten wir die Schülerinnen und Schüler zum Lernen inspirieren und herausfordern sowie sie in ihren sozialen Kompetenzen und ihrer Selbstständigkeit stärken. Hierbei nehmen wir die Anstrengungsbereitschaft der Kinder ernst, berücksichtigen ihre körperlich, psychisch und sozial unterschiedlichen Voraussetzungen und stärken  sie in ihrer Persönlichkeit, indem wir bewusst mit Unterschieden leben, niemanden ausgrenzen und uns gegenseitig akzeptieren.“

Die Fair-AG der Grundschule St. Martin -und damit insbesondere die Elternschaft- trägt zur Umsetzung dieses Leitbildes elementar bei. Deshalb zeichnet das Netzwerk Bildung der Stiftungen diese gelungene Arbeit aus.

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die Übernahme von Verantwortung. 

 

Laudatorin: Ina Eversmann (Geschäftsführerin der Bildungsstiftung für Kinder und Jugendliche im Osnabrücker Nordland, 27. September 2018)

 

 Alle Fotos: © Angela von Brill

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